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Chronik

des Hallen- Freibades Brebach-Fechingen
nach dem Original von Günter Nieser, Fechingen


Der Gemeinderat war schon früh daran interessiert, den Fechinger Bürgern eine Badegelegenheit zu bieten. Am 08.05.1930 wurde in einer Gemeinderatssitzung über die „Beschaffung“ einer Bademöglichkeit gesprochen. Es wurde beschlossen, dass oberhalb „Siebenbrunnen“ (Flurbezeichnung zwischen Fechingen und Eschringen) ein Grundstück am Fechinger Bach als Badestelle gekauft werden soll. Diese Maßnahme konnte nur als Notlösung angesehen werden, denn am 30.06.1937 wurde vom Gemeinderat beschlossen:
„Errichtung eines Freibades in Fechingen. „Im Enkenfloß“. Günstige Lage und genügend Wasser“.

 

Eröffnung des Schwimm-, Sonnen- und Luftbades Fechingen am So, den 4.Juni 1939

Eröffnung des Schwimm-, Sonnen- und Luftbades Fechingen am So, den 4.Juni 1939

 

„Altes Freibad“
Die Baumaßnahmen des Freibades begannen im Oktober 1938. Bereits im halbfertigen Zustand, als man wegen der Dichtigkeit probeweise Wasser in das Becken ließ, ging die Fechinger Jugend dort baden. Das Schwimmbad wurde noch vor Kriegsbeginn fertiggestellt und am Sonntag, dem 4. Juni 1939, konnten ein 50 m-Schwimmbecken und ein Kinderbecken eingeweiht werden. Die Baukosten betrugen 65.000 RM. Bei der Eröffnung des Bades wurden etwa 2000 Gäste gezählt. Leider wurde das Bad schon im ersten Kriegsjahr 1939/40 durch Granatbeschuss stark beschädigt und das Schwimmbecken dadurch undicht. Das Schwimmbad, das für die damaligen Verhältnisse ein sehr schönes Bad war, wurde von vielen Nachbargemeinden und auch von Saarbrückern wegen der schönen Lage gern besucht. Schon kurz nach dem Krieg -am 11.01.1949- beschloss der Gemeinderat, das durch die Kriegseinwirkungen beschädigte Bad wieder herzustellen und am 29.05.1949 konnte das Schwimmbad Fechingen mit einer kleinen Feier wieder eröffnet werden.

 

 

 


Neubau
Der 13. Mai 1972 war für die Gemeinde Brebach-Fechingen (am 01.01.1959 Zusammenlegung der Gemeinden Brebach und Fechingen zu einer Großgemeinde) ein besonderer Feiertag. Das neue Hallen- und Freibad konnte an diesem Tag nach 1 ½-jähriger Vorplanung und insgesamt 2-jähriger Bauzeit der Öffentlichkeit übergeben werden. Die Konzeption stammt vom Leiter des Bauamtes Brebach, die ersten Besprechungen gehen auf den Herbst 1968 zurück. Am 7. Mai 1969 wurde vom Gemeinderat der Planungsauftrag an die Arbeitsgemeinschaft Neue Heimat Südwest und das Architekturbüro Krauser-Kiwitter vergeben. Elf Monate danach wurde nach vielen Beratungen am 6. April 1970 mit dem Rohbau des Hallenbades begonnen und bereits am 27. November 1970 konnte das Richtfest gefeiert werden. Die Auftragsvergabe für das Freibad erfolgte am 11. Februar 1971 durch den Gemeinderat. Die gesamten Baukosten einschließlich aller Nebenleistungen lagen bei etwa 13 Millionen DM. Als Standort bot sich eine etwa 30.000 m² große Fläche an, die in ihrem Kern identisch mit dem in den Jahren 1938/39 erbauten Freibad ist. Durch die Stadtnähe sowie durch die günstige Verkehrsanbindung kann die Gemeinde mit einem großen Zuspruch rechnen. Bei dem Baugelände handelt es sich um eine Talmulde, die nach Süden leicht ansteigt, auf der Nordseite in das Tal des Fechinger Baches einmündet. Im Talgrund, dem Schwimmbadgelände vorgelagert und unter Ausnutzung der örtlichen Gegebenheiten, bietet ein terrassenförmig angelegter Parkplatz Parkmöglichkeiten für etwa 300 PKW.

 

 


Hallenbad
Die Beckenanlagen sind hintereinander angeordnet und bestehen aus einem Schwimmbecken 25 x 12,50 Wassertiefe von 1,80-3,80 m
Nichtschwimmerbecken 8 x 12,50 Wassertiefe von 0,60-1,40 m
Das Schwimmerbecken ist mit einer 3m- und 1m-Sprunganlage ausgestattet. Der Einbau von Überlaufrinnen erlaubt in beiden Becken hochgezogene Wasserspiegel. Durch die geschickte Anordnung der Schwimmmeisterkabine ist eine Überwachung des Hallen- und des Freibades möglich. Die Verglasung der vorderen Kopfwand der Schwimmhalle gestattet einen Durchblick von der Gaststätte in den Hallenbereich. Neben der Gaststätte befindet sich ein Versammlungsraum (Festhalle) für etwa 400 Personen. Die Ortsvereine haben hier die Möglichkeit ihre größeren Veranstaltungen durchzuführen.

 

 


Freibad
Durch einen separaten Eingang seitlich des Hallenbades erreicht der Badegast die aus insgesamt drei Beckenanlagen bestehende Freibadanlage.

  • Sprungbecken 13 m x 9 m, Wassertiefe 3,80 m, mit 3m- und 1m-Sprunganlage
  • Sportbecken 50 m x 21 m, Wassertiefe 1,80-2,00 m
  • Nichtschwimmerbecken 21 m x 21 m, Wassertiefe 1,40-0,60 m

Anders als im Hallenbad sind sämtliche Becken des Freibades mit einer bis dahin im Saarland noch nicht eingebauten sog. Finnenrinne ausgestattet. Diese Konstruktion gestattet ebenfalls einen hochgezogenen Wasserspiegel. Die Anordnung eines weiteren Planschbeckens für Kleinkinder mit einem Durchmesser von 12,50 m sowie eines Ballspiel- und Kinderspielplatzes runden die Freibadanlage ab. Mit der Eingemeindung Brebach-Fechingens in die Landeshauptstadt Saarbrücken Anfang 1974 übernahm die Stadt auch die Verwaltung des Fechinger Bades.

Im Laufe der Jahre wurden im Bereich der Freibad-Anlagen neben den zwei fest installierten Tischtennisplatten zwei neue Volleyballfelder eingerichtet. Im Bereich unterhalb der Festhalle befinden sich: ein großer Gymnastik- und Tischtennisraum, 2 Kegelbahnen sowie ein Sitzungszimmer für Vereine.